Prudentia potentia est

Österreich verliert das Sudetenland im Friedensvertrag von St. Germain 

 
"Manche Politiker muss man behandeln wie rohe Eier. Und wie behandelt man Rohe Eier?  Man haut sie in die Pfanne."
(Dieter Hallervorden)

"Nichts ist im Menschen, auch im scheinbar aufgeklärtesten, fester verankert als der Glaube an irgendwelche Auroritäten."
(Egon Friedell, 1878-1938)
 
» Frauke Petrys Heimsuchung

Alternativer AfD Newsletter

Wahrheiten, die der Vorstand verschweigt

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16.06.2015
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Schlesien bleibt unser, die Sudeten sowieso!
Frauke Petrys Heimsuchung


Lukas Pakosta ist ein schlauer Fuchs. Wenn sich der Bürgermeister der Stadt St. Katharinaberg im Erzgebirge über die Regierenden ärgert, dann macht er aus seinem Herzen keine Mördergrube. Die Großkopferten in der Hauptstadt müssen dann schon mal wg. der erzgebirgischen Schimpf-Kanonade in den politischen Schützengraben flüchten. Pakosta schießt scharf. Sehr scharf sogar.



Lukas Pakosta
Bürgermeister der Stadt Sankt Katharinaberg im Erzgebirge
möchte die Seiten wechseln


So auch am 25.01.2015. Die Hauptstädter hatten beschlossen, den Tagebau im Erzgebirge zu forcieren. St. Katharinaberg wäre de facto vom Rest der Republik abgeschnitten und könnte nur noch über die nahe gelegene Grenze des Nachbarstaates erreicht werden – als Enklave.

Pakosta hatte den Kanal gestrichen voll. Kurzerhand gab er ein Zeitungsinterview, das es in sich hatte. Sankt Katharinaberg erwöge, so der Berg-Schultes, sich dem Freistaat Sachsen anzuschließen (Tageszeitung "Mlada fronta Dnes" am 25.01.2015). Die alt-ehrwürdige „British Broadcasting Company“ titelte erschrocken „Mining plan prompts secession debate“ (BBC 27.01.2015). Die frühere Weltmacht Großbritannien erinnert sich nur allzu gut an die letzten „Anschluss“-Pläne der Sudeten. 1938 hatte der Österreicher Adolph Hitler das vormals österreichische Sudentenland (bis 1918) „Heim ins Reich“, nach Deutschland geholt. Die Appeasementpolitik der damaligen Großmächte Frankreich und Großbritannien verlockten den böhmischen Gefreiten dann in 1939, auch die „Rest-Tschechei“ zu okkupieren. Erzgebirge? Sudetenland? Anschluss? Heim ins Reich? Im Jahre 2015? Haben sich die AN-Redakteure in der Zeitachse verirrt? Ganz und gar nicht!



weiss gekennzeichnet: Das deutschsprechende Sudetenland 1945
Quelle: Das frühere Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL 02/2002


St. Katharinaberg heißt seit 1945 „Hora Svaté Kateřiny“ und liegt südlich des Ergebirgskamms, im früheren Sudetenland, unweit der Stadt Aussig, heute Tschechische Republik. Das Sudetenland durchlebte im letzten Jahrhundert gigantische Umwälzungen: bis 1918 als Teil der Habsburg-Monarchie, nach einer putschartigen Annexion durch die damalige Prager Regierung dann von 1918 bis 1938 als Teil der neu gegründeten Tschechoslowakei, 1938 „Heim ins Reich“ bis 1945 (erstmals) als Teil des sog. Großdeutschen Reiches, bis 1992 wieder Tschechoslowakei, seit dem 01.01.1993 Tschechische Republik.

Die größte Umwälzung erlebten die Sudeten indes 1945. Bis dahin lebten etwa 3,4 Millionen Bürger in den Grenzgebieten Böhmens und Mährens, davon 91% Österreicher (Historiker sprechen ungenau von „Deutschen“) und  7% Tschechen. Die deutschsprechende Bevölkerung wurde 1945 praktisch vollständig vertrieben. Damit waren fast 800 Jahre deutschsprechende Besiedlung beendet worden.




Marktplatz St. Katharinaberg i. Erzgebirge, Österreich-Ungarn, um 1910


Lukas Pakosta, der Bürgermeister von St. Katharinaberg, weiß um die Sprengkraft der historischen Ereignisse. Der böhmische Fuchs kennt die Geschichte seiner Stadt ganz genau, war sie doch einst eine österreichische Perle im Erzgebirge an der Grenze zu Sachsen.



Ansichtskarte des "Hotel Wagner", St. Katharinaberg, um 1910



Hotel Wagner, St. Katharinaberg, Tschechoslowakei, Insertion 1924
"vorzügliche österreichische Rot- und Weißweine"


Im Wissen um die geschichtlichen Sensibilitäten und aus Verärgerung über die Ausweitung des tschechischen Tagebaus feuerte Lukas Pakosta seine Invektive in Richtung Prag. Tenor: Wenn ihr uns infratstrukturell abschneidet, dann wenden wir uns den Sachsen zu. Dass er dies nicht wirklich ernst meinte, verrät der Internetauftritt der Stadt Hora Svaté Kateřiny: Der Button zur deutschen Übersetzung funktioniert nicht. Dennoch war die Boulevardpresse entzückt: „Seine tschechische Stadt will nach Sachsen überlaufen“ (MoPo 02.02.2015)



Immer dann, wenn revanchistische Themen, Irrationalität und Großmannssucht korrelieren, dann steht Frauke Petry stramm. Sie träumt davon, nicht nur sächsische Provinzfürstin von 300 zahlenden AfD-Mitgliedern zu sein. Vielmehr strebt GRÖBAZ nach der alleinigen AfD-Herrschaft. Und nach den Sudeten?



Frauke Petry
NSAfD-Führerin in Sachsen, genannt GRÖBAZ (größte Blenderin aller Zeiten)
Ambitionen zur alleinigen Großdeutschen NSAfD-Führerin


Schnell ließ die Nazi-Führerin in Sachsen durch ihren „Fraktionsgeschäftsführer“ Uwe Wurlitzer (Partei-Jargon: „Petrys Bulldogge“) verlautbaren, sie plädiere für die Heimholung St. Katharinabergs nach Deutschland in den Freistaat Sachsen (Pressemitteilung der AfD-Landtagsfraktion vom 02.02.2015).



So ähnlich klang die Proklamation des sudetendeutschen Nationalisten Konrad Henlein am 15.09.1938, als er die Loslösung von der Tschechoslowakei und den Beitritt zu Deutschland forderte.


Konrad Henlein, sudetendeutscher Nationalist, 15.09.1938


In ihrer freudigen Erregtheit konnten die Deutschnationalen der AfD jedoch nicht einmal den Ort ihres Begehrens korrekt schreiben: Wurlitzer schwafelt von „Katharinenberg“ anstatt von zutreffend „Katharinaberg“. Ein Leipziger, der des Deutschen nicht mächtig ist und die Geschichte nicht kennt. Ein Sachse halt! Aber Heim will er.



Heim-ins-Reich-Anstecker 1938


Der ehemalige tschechische Außenminister Karl Schwarzenberg reagierte sauer: „Genauso wie Donezk und Luhansk nicht die Ukraine verlassen können, kann St. Katharinaberg nicht die Tschechische Republik verlassen.“ (BBC 27.01.2015).

Lukas Pakosta, der schlaue böhmische Fuchs im Erzgebirge, klatschte seine flache Hand auf die Schenkel. Die Regierung in Prag bewegte sich. Schnell wurden neue  Trassen nach Hora Svaté Kateřiny geplant. Mission accomplished!


Nicht jedoch für Frauke Petry.



Frauke Petry trifft sich mit Vertretern der deutschen Minderheit in Schlesien
hier im "Schweidnitzer Hof", Wroclaw, bis 1945 Breslau


Je tiefer man in Petrys Seele schaut, desto düsterer werden die Abgründe. GRÖBAZ möchte sich nämlich nicht nur zur groß-deutschen AfD-Führerin putschen mit illegalen Delegiertenwahlen in den AfD-Landesverbänden unter ihrer „Versammlungsleitung“ (AN 11.06.2015). Die ewig klamme Pleite-Unternehmerin meint es ernst mit der restaurierten Landkarte in Europa – im deutschen Sinne!

Am 12. Mai 2014 besuchte Petry einige Vertreter der deutschen Minderheit in Schlesien, einer anderen Nachbarregion Sachsens. Bei Kaffee und Kuchen im „Schweidnitzer Hof“ zu Breslau plauderten die Anwesenden auch über solche Themen, die kaum der Öffentlichkeit zugemutet werden könnten. Unter den Diskutanten befanden sich Jörg Giessler, Chef der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Niederschlesien (DPGN), Vertreiber von (deutscher) Medizintechnik in Polen und privater Deutschlehrer in Breslau.



Jörg Giessner
Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Niederschlesien


Auch Alexander Ilgmann mochte das Meeting mit Frauke an jenem sommerlichen 12.05.2014 in Breslau nicht missen. Alexander Ilgmann war 1993 der erste Deutsche, der in Breslau (heute Wroclaw) als polnischer Rechtsanwalt zugelassen wurde. Seine Schwerpunkte sind vor allem Restitutionsansprüche früherer deutscher Bewohner in Schlesien. Die rechtsnationale „Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen“ lädt Alexander Ilgmann daher gern als Referenten ein, z.B. am 28.04.2008 in Königswinter. Der stramme Burschenschafter (siehe Eigenwerbung auf der Homepage des Sächsisch-Schlesischen Vereins) fühlt sich pudelwohl in Petrys Nähe, steht sie doch auf Burschis und andere Extremisten, Hauptsache demokratiefeindlich (siehe AN 07.09.2013)

In Kreisen der Protagonisten einer revanchistischen Politik, dazu zählen Rückgabeforderungen, blüht Pleite-Petry auf. Zur Bundestagswahl 2013 erhielt die Pleite-Unternehmerin € 20.000 zur freien Verwendung aus Adelskreisen als Handgeld (wurde versehentlich über das sächsische AfD-Konto verbucht, GRÖBAZ griff trotzdem zu, siehe „Braune Brut und Blaues Blut“, AN 20.11.2013). Einzige Bedingung: Eintreten für adelige Restitutionen!




Alexander Ilgmann
als junger Burschenschafter in den 1990er Jahren


Unbeobachtet von der Presse klönten die Ewiggestrigen über nostalgische Zeiten. Es existiere ja kein „Friedensvertrag“ zwischen Deutschland und den ehemaligen Kriegsgegnern. Deshalb stünden die territorialen Fragen seit 1945 unter dem Vorbehalt einer abschließenden friedensvertraglichen Regelung. Die Nähe zu Russland müsse gesucht werden. GRÖBAZ sicherte zu, die AfD werde sich für die Belange der Deutschen in Schlesien stark machen. Petry wörtlich: „In der AfD sammeln sich viele Menschen, die sich auch den Interessen deutscher Volksgruppen im Ausland annehmen möchten ...“. Na klar, und überall in der restlichen Welt!

So ähnlich sprach der Führer. In "Würdigung der Verdienste" der Stadt Stuttgart um die Deutschen und das Deutschtum im Ausland verlieh Adolf Hitler anlässlich der Einweihung des "Ehrenmals der deutschen Leistung im Ausland" am Wilhelmspalais (27.8.1936) der Stadt Stuttgart die Bezeichnung "Stadt der Auslandsdeutschen". Ziel Petrys scheint die Zusammenführung aller „Volksdeutschen“ im Ausland zu sein bzw. die Rückkehr derer dorthin: Das Sudentenland, Schlesien. Eine solche Politik betrieben auch die NAZIS mit den bekannten Resultaten: Hass, Zwietracht, Missgunst, Krieg und millionenfacher Tod. Hass kann die Petry.

Dabei mangelte es nicht an Warnungen. Im September 1938 rief die „Deutsche Sozialdemokratische Partei in der Tschechoslowakei“ die Sudeten auf, gegen Adolph Hitler und den „Anschluss“ zu stimmen:

„Mitbürger! Es geht um alles! […]
In einer gewaltsamen Entscheidung wird
wieder eine waffenstarrende Welt gegen
das deutsche Volk aufstehen. Die Sudeten-
deutschen werden das erste Schlachtopfer
sein. Ihre Heimat würde im Zusammenprall
der Weltkräfte vernichtet, ihre Zukunft ausgelöscht.
[…] Bedenkt es in dieser Schicksalsstunde. […]

Wenzel Jaksch, September 1938
SPD-Vorsitzender in der Tschechoslowakei


Gewiss, den Sudeten-Österreichern wurde unfassbares Unrecht angetan: Obgleich  der Landstrich zu 91% deutsch sprach, durfte er nach dem Zerfall der Habsburg-Monarchie (1918) nicht bei „Deutsch-Österreich“ verbleiben, sondern wurde gegen den Willen der Sudeten der neu gegründeten Tschechoslowakei zugeschlagen (siehe Vertrag von Saint-Germain 10.09.1919). Dies war der Wille der Alliierten, um Zwietracht auf dem Kontinent zu säen. Auch die Missachtung der Minderheitenrechte innerhalb der Tschechoslowakei von 1919 bis 1938 war Unrecht. Schließlich müssen auch die Vertreibungen und Enteignungen als Folge  der Benesch-Dekrete nach 1945 als Unrecht klassifiziert werden. Sie dürfen indes nicht isoliert betrachtet werden, sondern im Kontext des NS-Vernichtungskrieges und der „Erledigung der Rest-Tschechei“ gem. "Weisung des Führers vom 21.10.1938". Die meisten Sudeten wissen: Unrecht kann nicht durch Unrecht egalisiert werden. Das Rad der Geschichte kann nach dem von Deutschland entfachten Weltenbrand nicht zurückgedreht werden.

Hinterlistig-intrigant suggeriert die sächsische Faschistenführerin ein Herz für Deutsche im Ausland. Tatsächlich verfolgt Petry im Auftrag der US-Botschaft (siehe AN 17.10.2013 und AN 11.05.2014) eine brandgefährliche Strategie der Diversifizierung. Je mehr Unübersichtlichkeit in einem Staat/auf einem Kontinent herrscht, desto einfacher kann das US-Imperium schalten und walten. Die Zerstörung des EURO soll den maroden Dollar als Weltleitwährung retten. Das zerstrittene Europa soll die USA als globale Ordnungsmacht bestätigen. Der  aggressive Anti-Russland-Kurs (stellvertretend in der Ukraine) soll zaudernde „demokratische Staaten“ auf Gedeih und Verderb an die USA ketten. TTIP soll den Weg für die Privatisierung des Rechts zugunsten des (US)Kapitals ebnen. EUROPA als emanzipierte, selbstbestimmte Gemeinschaft soll zerstört werden.

Der AfD-Dummdödel spielt hierfür den nützlichen Idioten. Er fummelt mit Streichhölzern und Benzinkanistern. Es ist die Heimsuchung der Politik.

Darmstadt, 16.10.2015

Lars Anders und Jochen Schroeder




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